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Archiv für Juli 2011

Miss Li „Beats & Bruises“

Es ist mittlerweile zwei Jahre her, dass wir was von Miss Li (Linda Carlsson) gehört haben. Nu gibt es also ein neues Album von der lustigen Schwedin, ihr viertes, mit dem Titel „Beats & Bruises“.

Damals klang sie immer ein wenig nach Kate Nash, doch sie hat sich bewegt und nun haben ihre Songs musikalisch mehr Tiefe, kommen immer ein wenig breitseitig daher und haben doch ein gutes Stück Fragilität im sonst eher leichtfüßigen Gepäck.

Los geht es auf „Beats & Bruises“ mit eindringlichen Streichern, sozusagen als Vorbereitung auf „Devil Has Taken Her Man“, den 2ten Song, in dem es inhaltlich schwer zur Sache geht.

 Miss Lis Sound ist ein wirklich krasser Mix aus Jazz, Blues und Pop. Linda Carlsson und ihr Partner Sonny Boy Gustafsson verschmelzen all das zu einem kompakten Etwas, was man als den neuen Sound von Miss Li bezeichnen kann. In dieser musikalischen Kulisse finden große und kleine Dramen, eben das Leben selbst statt. Die Melodien ihrer Songs haben auf jeden Fall eine Menge Drive, enorme Tiefe und transportieren Emotionen, von depressiv bis manisch.

Miss Li „Beats & Bruises“ ist ein gelungenes Album, das Lust auf mehr macht. Erschienen ist es am 22. Juli 2011.

ANA MOURA „COLISEU“

Fado live und für zu Hause. Text: Ali Tschertow

Das Ana Moura zu den erfolgreichsten jungen Fadistas Portugals gehört, das muss ich wohl niemandem sagen. Die Highlights einer Musikerkarriere sind mit Sicherheit die Konzerte, denn da bekommt der Musiker das direkte Feedback von seinem Publikum. In Ana Mouras musikalischer Biographie gehören die Konzerte, die sie im Juni 2008 im Coliseu do Porto und im Lisbon´s Coliseu vor ausverkauftem Haus gab, zu den Höhepunkten. Seit dem 15. April gibt es diese Konzerte nun als CD.

Ana Moura kam in Santarém, der Hauptstadt der Provinz Ribatejo in einer überaus musikalischen Familie zur Welt. Sie ist nicht nur eine hervorragende Fadista. Ana Moura hat auch sehr großen Anteil an der neu gewonnenen Popularität des Fado in Portugal selbst und der Welt.

Ana hat eine enorme Bühnenpräsenz, und eine großartige tiefe und ausdrucksstarke Stimme, was ihr in der Vergangenheit schon viele Ehrungen eingebracht hat.

Ganz egal ob es sich um traditionellen, klassischen oder gar modernen Fado handelt, Ana Moura überzeugt stets mit ihrem enormen Stimmumfang, ihrer Ausdrucksstärke und ihrem überaus glaubhaften Ja zum Fado.

Wie immer im Fado erzählt auch Ana Moura in ihren Liedern von Schmerz und Leidenschaft.  Sie nimmt den Zuhörer mit in ihre Welt, entführt ihn quasi, betört und verzaubert.

Ihr aktuelles Album „Coliseu“ spricht sowohl die freunde des traditionellen als auch des modernen Fado an. „Coliseu“ ist nix zum nebenbei Hören, aber laut darf es sein, denn dann kann man sich wenigstens teilweise die tolle LIVE-Atmosphäre in die Wohnung holen.

„Coliseu“ von Ana Moura ist großartige, perfekt umgesetzte Musik.

www.anamoura.net
Ana Moura at MySpace

Joss Stone – „LP1“

Barfüßig, britisch, jugendlich, kratzbürstig, soulig!

Eigentlich ist mit der Headline alles gesagt. Aber man kann ja auch noch einwenig ausholen.

Da gibt es also diese junge Britin, Joss Sone. Sie kokettiert gerne mit Hippiesymbolen, klingt extrem kratzbürstig und steckt doch voller Soul. Jetzt gibt es also ein neues Album von der überaus ansehnlichen Joss Stone, „LP1“.

Der RollingStone sagt: „Der großen Emanzipation nächster Akt, gefühlt der ca. neunte“. Aber man sollte irgendwann aufhören, Entwicklungen in Akte und Aufzüge einzuteilen, auch weil sie mittlerweile kein Kind mehr ist und Joss ja lediglich ihren Job macht. Und den macht sie überaus gut, das ist mal klar.

Es ist übrigens ihr fünftes Album und das hat sie auf ihrem eigenen Labe veröffentlicht. Es heißt Stone´d und das Logo ist doch tatsächlich das gute alte Peace-Zeichen.

Dave Stewart hatte sie angerufen und bot ihr an, ein paar Songs mit einer Studioband aufzunehmen, die er gerade da hatte und Joss kam nach Nashville und nutzte diese Gelegenheit.

Musikalisch bietet Joss Stone auf „LP1“ ihr gesamtes Programm, von lowenhaft brüllend bis soulig sacht. Klar, ihr Markenzeichen ist das Kämpferische, die Wildheit und das kommt auch fast in jedem Song durch, doch auch die soulige Joss kann überzeugen.

Joss Stone – New Album \”LP1\” Sneak Peek – making of

Das Album erscheit gerade im Handel.

Josh Ottum – “Watch TV“

Lange Zeit hat Josh Ottum getextet und komponiert. Er experimentierte herum, erforschte Klänge wie sich selbst, doch nun ist sein zweites Album „Watch TV“ endlich fertig. Lied für Lied wurde es zwischen 2007 und 2010 in Richard Swifts National Freedom Studio in Cottage Grove/Oregon und in Casey Fouberts Metal Camp in Enatai/Washington aufgenommen. Josh hat sich bewusst für eingängige Melodien im Kontrast zu komplizierten Arrangements entschieden.

Die Mischung aus Banalem und Genialem, aus höchster Studioqualität und GarageBand-Sounds, aus melodischer Naivität und kompositorischer Komplexität, Klischee und Ausdruck ist das Markenzeichen Josh Ottums. Was kann sich hinter dem scheinbar Einfachen, leicht Verständlichen verbergen? Welche Emotion kann ein Sound auslösen, obwohl er fast schon wie ein Klischee klingt? Und was haben unsere eigenen Gefühle und unser eigenes Leben mit den durchgekauten Klischees der Pop-Musik zu tun?

Josh Ottum’s Musik ist der leicht überdrehte Soundtrack zu vielen kleinen Film-Episoden: Die warmen Klänge eines Samstagmorgens am dunklen Pazifik im Nordwesten der USA. Die Klaviermusik, die unsere Eltern gespielt haben, als ein großes Essen an Thanksgiving vorbereitet wurde. Die Vorfreude beim Shoppen und die Leere und Enttäuschung, sobald das begehrte Ding erstanden ist. Der aus dem Blick gleitende Horizont, während der Flieger sich den sonnigen Vororten im Orange County zuwendet. Das Risiko, dem eigenen Herzen zu folgen, wenn ein anderes darüber zerbrechen könnte. Die banale Abwesenheit jedes Risikos bei einer weiteren langen Nacht vor der Glotze.

Das alles ist natürlich mindestens ebenso wichtig wie die konzeptuelle und kompositorische Struktur des Albums.

Und man kann ohne Übertreibung sagen: Josh Ottum ist einer der vielschichtigsten Musiker Amerikas und vielleicht die Überraschung des Sommers!

2011 “Watch TV” (album, tapete records) VÖ war am 8.7.2011

Maria Taylor „OVERLOOK“

Mein Gott, was muss diese Frau für einen tollen Ausblick vor der Veranda ihres Hauses haben.

Maria Taylors Haus oder Wohnung ist in Birmingham, Alabama. Sie hat wohl einen irren Blick über die Stadt, oder über ein Tal. Sommerabend, gesellige Barbecues bis in die späten Abendstunden hinein, wenn die feuchte Hitze des Südens langsam einem kühleren Lüftchen weicht. Schwerer Rotwein wird getrunken. Stimmen und Gelächter schallen die Anhöhe hinunter. So oder so ähnlich muss es wohl sein.

Overlook, das ist auch der Name ihres neuen Albums. Es ist bereits ihr viertes Soloalbum. Diesmal bricht Maria die Struktur ihrer Songs vorsichtig auf, ohne jedoch den Song aus dem Blick zu lassen. Maria Taylor hat ein sagenhaftes Gespür für tolle Melodien und auch wenn sie sich auf ihrem neuen Album experimentierfreudiger zeigt, so lässt sie doch die Kirche im Dorf.

Apropos Dorf: Aufgenommen hat Sie ihr neues Album in ihrer heimatstadt. Nach Aufenthalten in Athens, GA, Omaha und Los Angeles ist sie nun nach Birmingham zurückgekehrt. Hier kann sie sich im Schoße ihrer Familie entfalten. Bruder *Macey* und Schwester *Kate* leben auch hier. Und eine ganze Menge begnadeter Musiker, alter und neuer Freunde, die Ihr bei den Aufnahmen zur Seite standen.

„OVERLOOK“ ist ein absolut geglücktes Album, auf welchem Maria Taylor zwar vorsichtig musikalisch neue Wege beschreitet, dabei aber nicht mit ihrem Stil bricht. Ihre Fans werden an diesem Album ihre Freude haben und so ein wenig Weiterentwicklung schadet ja auch nicht.

Trackliste:

1. Masterplan
2. Matador
3. Happenstance
4. Like It Does
5. Bad Idea?
6. Idle Mind
7. In a Bad Way
8. This Could Take a Lifetime
9. Along for the Ride

 

Demnächst gibt es etwas Neues von Maria Taylor

Am 12. August ist es soweit, dann erscheint bei uns das neue Album von Maria Taylor. Das Album mit dem Titel “OVERLOOK” ist wieder einmal ganz Maria Taylor. Die Review gibt es nächste Woche hier bei uns.

The new album of Maria Taylor – named “OVERLOOK” will be released in Germany on 12.th of August. The review comes here next week.