Archiv für Januar 2010
Das Bonecrusher Fest – Powered by Rough Radio – erlebt in Berlin
Es ist schon einige Tage her, daß ich als 15-jähriger Pimpf durch die Berliner Keller-Clubs gezogen bin. Es war alles so neu und verboten. Die Leute hielten uns für Spinner was das Ganze noch besonderer machte. Ex-Hopper tanzten zusammen mit Alt-Metallern zu treibender Monotonie und zu rasendem Krach. Kein Schubladen-Denken, nur gemeinsame Extase.
Etwas von diesem Gefühl kam bei mir wieder auf, als ich auf dem Bonecrusher-Fest im Berliner Columbia-Club war. Wieder nur „Spinner“, ich hab mich sofort wohl gefühlt. Nur die Musik war irgendwie anders. Das Tempo ähnlich, aber mehr Gitarren.
Das Publikum setzte sich, ähnlich dem damaligen, aus Emos (die damals noch New Romantics hießen), Technoten, Punks und Metallern zusammen. Sehr geile Mischung.
Die Bands spielten harten gnadenlosen Metal, ein Angriff aufs Trommelfell, den man sich trotz Schmerzen im Gehörgang noch lauter gewünscht hätte. Herausragend war an diesem Abend „Carnifex“! Ich habe selten eine so perfekt eingespielte und präzise Band erlebt. Die Optik tat Ihr übriges. 150 Kilo-Gitarren-Teddys Links und Rechts und in der Mitte der unglaublich grunzende und kreischende Death-Core Veganer. Der Headliner des Abends waren „The Black Dahlia Murder“ . Deren Frontman Trevor Strnad brachte die Stimmung auf den Siedepunkt.
Die Vertreter des reinen Metall riefen zum gemeinschaftlichen Headbang auf. Das Publikum der ersten Reihen ließ sich nicht lange bitten und schüttelte sein Haar. Die Reihen dahinter nutzten die Zeit zum durchatmen. „3 Inches of Blood“ mit hervorragendem Frontmann, „Obscura“ und „Necrophobic“ ließen durch Text und Gestik keinen Zweifel an Ihrem gestörten Verhältnis zum Herrn aufkommen.
Die Bands mischten sich vor und nach ihren Auftritten unters Publikum, tanzten mit, verstärkten zeitweise die Merchandise-Teams und hielten Small Talk mit Ihren Fans. Authentizität, weit ab von Star-Allüren. Das ganze Spektakel glich einem niedlichen kleinen Festival mit Mini-Markt und Mini Fressbuden. Originell wären Hobbits als Verkäufer gewesen.
Das Bonecrusher-Fest ist eine Empfehlung an alle die auf gut gespielte, harte Musik stehen und Festivalluft im Club schnuppern wollen.
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Picolino geht auf Happy Tour
Ab 30 Januar geht Picolino DI mit auf die fortsetzung der Peter Heppner Tour. Wieder mit dabei ist Carsten Klatte mit seinen Picolino DIs im Gitarrenkoffer.
NICKELBACK mit PICOLINO on Tour
Die kleinen PICOLINO DI Boxen sind bei den ganz Großen mit dabei.
Seit dem 13. Januar 2010 sind PICOLINO DI Boxen mit Nickelback on Tour. Bei der Auswahl der Tourtechnik konnten unsere DI Boxen mit ihrer geringen Größe und den brillanten Messwerten punkten.
So reisen die kleinsten DI Boxen der Welt nun bis Anfang Juni von Liverpool bis Vancouver. Während der fast 40 Konzerte können die PICOLINOs zeigen was alles in ihnen steckt und natürlich werden sie die Jungs von NICKELBACK nicht im Stich lassen.
Wir wünschen NICKELBACK viel Erfolg und Spaß.
Susan McKeown & Lorin Sklamberg „Saints & Tzadiks“
Die Verschmelzung jüdischer und irischer Musik erfährt eine großartige Fortsetzung. Text: Ali Tschertow
Bereits 2006 wagten die irische Sängerin Susan McKeown und Lorin Sklamberg, der Leadsänger der Klezmatics, die Fusion irischer und jüdischer Musik. Damals entstand das Album „Wonder Wheel“ das auf viel Beachtung stieß und den Beiden sogar einen Grammy in der Kategorie „Best Contemporary Word Music Album“ einbrachte.
Nun, vier Jahre später, gibt es eine Fortsetzung.
Susan McKeown (in Dublin geboren und 1990 in die USA ausgewandert), die Stipendiatin der American Musical and Dramatic Academy in Manhattan ist, scheint nicht an echten Schaffenskrisen zu leiden. Im Jahr 1997 brachte sie es fertig, sagenhafte drei Alben zu veröffentlichen. Sie ist eine Ausnahmemusikerin, bei der Kopf und Herz gleichermaßen am Musikmachen beteiligt zu sein scheinen. Sie hat sich der Musik Irlands und ihrer Wurzeln in der keltischen Kultur verschrieben.
Lorin Sklamberg ist auch alles andere als unmusikalisch. Seit Ende 1986 ist er als Sänger, Akkordeonist und Pianist bei den Klezmatics. Er stammt aus Los Angeles, landete aber in den Achtzigern in New York, traf dort auf Klezmermusik und war Kantoraler Solist.
Für das aktuelle Album „Saints & Tzadiks“ tauchten beide tief in jiddisches Material (überwiegend aus den Ruth Rubin Archive), mixten dieses mit folkloristischem und modernen irischen Material und ließen die Sprachen zu einander fließen.
Auf „Saints & Tzadiks“ ist es Susan McKeown und Lorin Sklamberg auf wunderbare Weise gelungen, irische und jiddische Traditionen in einander zu verweben. Susan McKeown bereichert das ohnehin großartige musikalische Material mit ihrer sinnlich romantischen Alt-Stimme und Lorin Sklamberg liefert mit seinem traurigen Tenor quasi das passende Gegenstück.
„Saints & Tzadiks“ bietet mit 12 Songs 48 Minuten bester Musik, eine Reise zwischen den Welten, die durch den Gesang, den größten Freund der Menschen, zusammen gehalten werden.
Susan McKeown & Lorin Sklamberg / „Saints & Tzadiks“ / Im Vertrieb von Harmonia Mundi / 12 Tracks / 48,28 Minuten / VÖ: 15. Januar 2010 / im Februar sind die Beiden auf Tour durch Deutschland und Österreich

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