Archiv für Juni 2009
WUMPSCUT “FUCKIT”
In schöner Regelmäßigkeit kommt Rudy Ratzinger – Alias Wumpscut – mit einem neuen Album um die Ecke. Nach „Body Census“ und „Schädling“ gibt, es seit dem 3. April „Fuckit“. Wie immer ist es grenzwertig in Musik und Text, doch im Ganzen irgendwie flacher. Text: Ali Tschertow
Bekannt wurden Wumpscut zu Beginn der Neunziger Jahre. Es waren diese verdammt harten Beats und extrem provokante Samples mit denen Wumpscut Aufsehen erregte und zum absoluten Must Have jeder Industrial Party wurde.
Nun gibt es mit „Fuckit“ also das elfte Album. Das Intro – „Schlechter Mensch“ verheißt beste Wumpscutqualität, denn in „Schlechter Mensch“ findet sich all das was man so an Wumpscut liebt, krasse Beats und wirklich heikle Samples – in diesem Fall ein Radiobeitrag, der den Zusammenhang zwischen Wumpscut und einem Amoklauf in Finnland herstellt. Doch „Schlechter Mensch“ ist schon nach 44 Sekunden vorbei. Was danach kommt heißt Leichenteilchen, Gulag oder The BOO und kann nicht das halten, was das Intro verspricht. Nur der Titelsong „Fuckit“ und der Schlusssong „Achtung Menschen“ bieten, was man so gerne von Wumpscut bekommt.
Jugendschützer atmet auf! Hier gibt es keinen morbiden Industrial sondern teilweise echt poplastige Dark-Sounds, die zwar böses im Namen tragen, die aber im großen und ganzen Öffentlichkeitstauglich, weil so schön gefällig sind.
Wumpscut haben mit „Fuckit“ eine Punktlandung hingelegt, wenn es das Ziel war ein Dark-lastiges Album zu releasen. „Fuckit“ ist ein in sich geschlossenes Album, ruhig düster und doch nicht ganz frei von Kraftausdrücken. „Fuckit“, das sind 12 Songs die zu hören durchaus Spaß macht, auch wenn der Verlust von Härte in Musik und Text viele Wumpscut-Fans auf das nächste Album hoffen lässt.

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